Der erste Herzschlag im Ultraschall ist für werdende Eltern ein unvergesslicher Moment. In Deutschland wird dieser wichtige Meilenstein typischerweise zwischen der 6. und 7. Schwangerschaftswoche (SSW) sichtbar. Die genaue Zeitspanne hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Qualität des Ultraschallgeräts, die Position des Embryos und die Genauigkeit der Schwangerschaftsberechnung. Dieser umfassende Ratgeber erklärt detailliert, wann der Herzschlag erkennbar wird und was bei Abweichungen zu beachten ist.
Wann beginnt das Herz des Embryos zu schlagen?
Die Herzentwicklung des Embryos beginnt bereits sehr früh in der Schwangerschaft. Etwa ab der 22. bis 23. Tag nach der Befruchtung setzt der erste Herzschlag ein, was ungefähr der 5. Schwangerschaftswoche entspricht. Zu diesem Zeitpunkt ist das Herz noch ein primitives röhrenförmiges Organ, das sich in den kommenden Wochen zu einem vollständig entwickelten Vier-Kammer-Herzen weiterentwickelt. Die ersten elektrischen Impulse und Kontraktionen sind zunächst noch unregelmäßig und schwach.
In dieser frühen Phase schlägt das embryonale Herz mit etwa 100-120 Schlägen pro Minute. Dies ist deutlich langsamer als in späteren Entwicklungsstadien. Bis zur 8. oder 9. SSW beschleunigt sich der Herzschlag auf 160-180 Schläge pro Minute, was für das Wachstum und die Versorgung des sich schnell entwickelnden Embryos essentiell ist. Diese hohe Herzfrequenz ist ein wichtiger Indikator für die vitale Entwicklung des Embryos.
Ab wann ist der Herzschlag im Ultraschall sichtbar?
Die Sichtbarkeit des Herzschlags im Ultraschall hängt von mehreren Faktoren ab. Bei einer vaginalen Ultraschalluntersuchung, die in Deutschland standardmäßig in der Frühschwangerschaft durchgeführt wird, kann der Herzschlag typischerweise ab der 6. SSW (5+0 bis 6+6) dargestellt werden. Bei optimalen Bedingungen und mit hochauflösenden Geräten ist der Herzschlag manchmal bereits ab 5+4 SSW erkennbar. Die abdominale Ultraschalluntersuchung über die Bauchdecke zeigt den Herzschlag meist erst eine Woche später zuverlässig.
Die Scheitel-Steiß-Länge (SSL) des Embryos ist ein wichtiger Faktor für die Herzschlagdetektion. Ab einer SSL von etwa 2-3 mm ist der Herzschlag in der Regel darstellbar. Dies entspricht meist der frühen 6. SSW. Medizinische Studien aus 2025 zeigen, dass bei 95% der vitalen Schwangerschaften der Herzschlag spätestens bei einer SSL von 5 mm eindeutig erkennbar ist. Deutsche Gynäkologen verwenden in der Praxis hochmoderne Ultraschallgeräte mit einer Frequenz von 5-9 MHz, die eine präzise Darstellung ermöglichen.
Vaginaler Ultraschall vs. abdominaler Ultraschall
Der vaginale Ultraschall (Transvaginalsonographie) ist in der Frühschwangerschaft das Mittel der Wahl in Deutschland. Durch die Nähe zur Gebärmutter können deutlich bessere Bilder erzeugt werden als bei der abdominalen Methode. Der Herzschlag ist dabei durchschnittlich 5-7 Tage früher erkennbar. Die hochfrequenten Schallwellen ermöglichen eine Auflösung im Millimeterbereich, was besonders in den ersten Wochen entscheidend ist.
Der abdominale Ultraschall über die Bauchdecke wird typischerweise erst ab der 8. SSW routinemäßig eingesetzt. In sehr frühen Schwangerschaftswochen ist die Gebärmutter noch tief im Becken positioniert und der Embryo zu klein, um über die Bauchdecke zuverlässig dargestellt zu werden. Faktoren wie die Bauchdeckendicke, Narbengewebe oder eine nach hinten geneigte Gebärmutter können die Bildqualität zusätzlich beeinträchtigen.
Technische Faktoren bei der Herzschlagdarstellung
Die Qualität des Ultraschallgeräts spielt eine entscheidende Rolle für die frühzeitige Herzschlagdetektion. Moderne Geräte in deutschen Frauenarztpraxen verfügen über hochauflösende Farbdoppler-Funktionen, die selbst minimale Bewegungen sichtbar machen. Die Gerätegeneration, die seit 2024 verstärkt eingesetzt wird, ermöglicht eine bis zu 30% bessere Darstellung früher Herzaktivitäten im Vergleich zu älteren Modellen.
Weitere technische Aspekte umfassen die Erfahrung des Untersuchers, die Bildeinstellungen wie Verstärkung und Fokuszone sowie die Verwendung von M-Mode zur Darstellung der Herzbewegung über die Zeit. In spezialisierten Pränatalzentren werden teilweise 3D/4D-Ultraschallgeräte eingesetzt, die eine noch detailliertere Beurteilung der frühen Herzstruktur ermöglichen.
Was ist, wenn in der 6. SSW noch kein Herzschlag sichtbar ist?
Wenn in der 6. SSW noch kein Herzschlag erkennbar ist, bedeutet dies nicht automatisch eine Komplikation. In vielen Fällen liegt lediglich eine Abweichung bei der Schwangerschaftsdatierung vor. Die Berechnung basiert üblicherweise auf dem ersten Tag der letzten Periode, was bei unregelmäßigen Zyklen oder spätem Eisprung zu Ungenauigkeiten führen kann. Eine Abweichung von 3-5 Tagen ist durchaus üblich und kann erklären, warum der Herzschlag noch nicht sichtbar ist.
Deutsche Gynäkologen empfehlen in solchen Fällen eine Kontrolluntersuchung nach 5-7 Tagen. In dieser Zeit entwickelt sich der Embryo weiter, und bei einer vitalen Schwangerschaft sollte der Herzschlag dann eindeutig darstellbar sein. Wichtig ist, dass die Größe des Embryos berücksichtigt wird: Bei einer Scheitel-Steiß-Länge unter 5 mm kann das Fehlen des Herzschlags noch im normalen Bereich liegen. Erst ab einer SSL von über 7 mm ohne erkennbaren Herzschlag wird von medizinischer Seite eine kritischere Beurteilung vorgenommen.
Mögliche Gründe für einen verspätet sichtbaren Herzschlag
Eine ungenaue Datierung der Schwangerschaft ist der häufigste Grund für einen scheinbar verspäteten Herzschlag. Frauen mit längeren Zyklen von 32-35 Tagen haben ihren Eisprung später als bei der Standardberechnung angenommen. Auch bei Frauen, die unmittelbar nach dem Absetzen hormoneller Verhütung schwanger werden, kann der Zyklus unregelmäßig sein. In diesen Fällen ist die Schwangerschaft tatsächlich 5-10 Tage jünger als berechnet.
Weitere technische und anatomische Faktoren können die Darstellung verzögern: Eine nach hinten gekippte Gebärmutter (Retroflexio uteri), die bei etwa 20% der Frauen vorkommt, erschwert die frühe Visualisierung. Auch Myome oder eine verdickte Bauchdecke können die Ultraschallqualität beeinträchtigen. In seltenen Fällen entwickelt sich der Embryo etwas langsamer, ohne dass eine pathologische Ursache vorliegt, was zu einer verzögerten aber dennoch normalen Herzaktivität führt.
Wann sollte man sich Sorgen machen?
Medizinische Besorgnis ist angebracht, wenn bei einer Scheitel-Steiß-Länge von über 7 mm kein Herzschlag nachweisbar ist. In solchen Fällen spricht man von einem Missed Abortion oder verhaltenen Abort, bei dem die Schwangerschaft nicht weiter fortschreitet. Deutsche Leitlinien empfehlen jedoch immer eine Zweitmessung nach mindestens 7 Tagen, bevor eine endgültige Diagnose gestellt wird, da Messfehler nie vollständig auszuschließen sind.
Zusätzliche Warnsignale sind ein zu langsamer Herzschlag unter 100 Schlägen pro Minute nach der 6. SSW oder das Auftreten von starken Blutungen mit Gewebsabgängen. Leichte Schmierblutungen sind hingegen in der Frühschwangerschaft häufig und nicht automatisch besorgniserregend. Bei Unsicherheiten sollte immer zeitnah der behandelnde Gynäkologe kontaktiert werden, der die individuelle Situation fachgerecht beurteilen kann.
Entwicklung des Herzschlags in den einzelnen Schwangerschaftswochen
Die Herzschlagentwicklung verläuft in den ersten Schwangerschaftswochen sehr dynamisch. Jede Woche bringt deutliche Veränderungen in Frequenz und Stärke des Herzschlags. Das Verständnis dieser Entwicklungsphasen hilft werdenden Eltern, die Ultraschallbefunde besser einzuordnen und realistische Erwartungen zu haben. Die nachfolgende detaillierte Übersicht zeigt die typische Entwicklung für Deutschland im Jahr 2026.
5. Schwangerschaftswoche (5+0 bis 5+6)
In der 5. SSW beginnt das Herz des Embryos gerade erst zu schlagen, typischerweise um den 22.-23. Tag nach der Befruchtung. Die Herzfrequenz liegt bei etwa 100-110 Schlägen pro Minute. Im Ultraschall ist zu diesem Zeitpunkt meist nur die Fruchthöhle mit einem Durchmesser von 2-5 mm sichtbar, manchmal auch bereits der Dottersack. Der Embryo selbst misst weniger als 1-2 mm und ist oft noch nicht eindeutig darstellbar.
Die Wahrscheinlichkeit, den Herzschlag bereits in der 5. SSW zu sehen, liegt bei modernen Ultraschallgeräten bei etwa 15-25%. Dies gelingt vor allem bei sehr günstigen Untersuchungsbedingungen und wenn die Schwangerschaft bereits am Ende der 5. Woche steht. Die meisten Gynäkologen in Deutschland terminieren die erste Ultraschalluntersuchung bewusst erst für die 6. oder 7. SSW, um unnötige Verunsicherung zu vermeiden.
6. Schwangerschaftswoche (6+0 bis 6+6)
Die 6. SSW ist die Zeit, in der bei den meisten Schwangerschaften der Herzschlag erstmals sichtbar wird. Die Herzfrequenz steigt auf 120-140 Schläge pro Minute. Der Embryo hat nun eine Scheitel-Steiß-Länge von etwa 2-5 mm und zeigt bereits eine erkennbare Form. Bei etwa 80-90% der vitalen Schwangerschaften kann der Herzschlag in dieser Woche mit vaginalem Ultraschall nachgewiesen werden.
Wichtig zu wissen ist, dass es innerhalb der 6. SSW erhebliche Unterschiede gibt. Zu Beginn der Woche (6+0) ist der Herzschlag bei etwa 60% der Schwangerschaften sichtbar, am Ende der Woche (6+6) bei über 95%. Deutsche Frauenärzte empfehlen daher, bei einem negativen Befund am Anfang der 6. SSW nicht in Panik zu geraten, sondern die Nachkontrolle abzuwarten. Die Dopplerfunktion moderner Geräte kann die Herzaktivität auch akustisch hörbar machen.
7. Schwangerschaftswoche (7+0 bis 7+6)
In der 7. SSW sollte der Herzschlag bei einer intakten Schwangerschaft definitiv nachweisbar sein. Die Herzfrequenz erreicht nun 140-160 Schläge pro Minute, und der Embryo misst 5-10 mm. Die embryonalen Strukturen sind deutlich erkennbar, und neben dem Herzschlag können oft auch erste Bewegungen beobachtet werden. Ab dieser Woche wird der Herzschlag auch bei abdominalen Untersuchungen zunehmend sichtbar.
Das Fehlgeburtsrisiko sinkt deutlich, sobald in der 7. SSW ein kräftiger Herzschlag dokumentiert ist. Studien aus 2025 zeigen, dass das Risiko eines Schwangerschaftsverlusts nach Nachweis des Herzschlags in der 7. SSW auf unter 5% sinkt. Die meisten deutschen Gynäkologen stellen zu diesem Zeitpunkt den Mutterpass aus, da die Schwangerschaft nun als stabil gilt. Der Embryo zeigt eine deutliche Kopf-Rumpf-Gliederung, und die Herzentwicklung schreitet zu einem vierkammrigen System fort.
8. Schwangerschaftswoche und später
Ab der 8. SSW ist der Herzschlag bei allen Untersuchungsmethoden eindeutig darstellbar. Die Herzfrequenz erreicht ihren Höhepunkt mit 160-180 Schlägen pro Minute. Der nun als Fetus bezeichnete Embryo misst 12-20 mm und zeigt bereits alle wichtigen Organanlagen. Das Herz hat seine charakteristische Form angenommen, und die vier Herzkammern sind im hochauflösenden Ultraschall erkennbar.
In den folgenden Wochen verlangsamt sich die Herzfrequenz allmählich wieder. Ab der 12. SSW liegt sie bei etwa 140-160 Schlägen pro Minute und pendelt sich bis zur Geburt auf 120-140 Schläge pro Minute ein. Die Herzaktivität wird nun routinemäßig bei jeder Vorsorgeuntersuchung überprüft, entweder per Ultraschall oder ab der 12.-16. SSW auch mit dem Doppler-Fetal-Monitor (Dopton), mit dem die werdenden Eltern den Herzschlag ihres Babys hören können.
Der erste Ultraschall: Was erwartet werdende Eltern?
Der erste Ultraschall in der Schwangerschaft ist ein besonderer Moment, der häufig mit großer Aufregung und auch Nervosität verbunden ist. In Deutschland wird dieser typischerweise zwischen der 6. und 8. SSW durchgeführt, sobald die Schwangerschaft durch einen positiven Schwangerschaftstest bestätigt wurde. Bei diesem Termin möchte der Gynäkologe die Lage der Schwangerschaft bestätigen (Ausschluss einer Eileiterschwangerschaft), die Anzahl der Embryonen feststellen und idealerweise den Herzschlag nachweisen.
Die Untersuchung erfolgt meist vaginal und dauert etwa 5-10 Minuten. Die Schwangere liegt auf dem gynäkologischen Stuhl, während der Arzt den Schallkopf vorsichtig einführt. Das Bild wird auf einem Monitor sichtbar, den meist auch die werdende Mutter sehen kann. Viele Praxen bieten an, Ultraschallbilder auszudrucken oder digital zur Verfügung zu stellen. Der Gynäkologe misst die Fruchthöhle, die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos und dokumentiert den Herzschlag, falls dieser bereits sichtbar ist. Deutsche Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese erste Untersuchung im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge.
Ab wann kann man den Herzschlag hören?
Das Hören des Herzschlags ist ein späterer Meilenstein als das Sehen im Ultraschall. Mit einem Doppler-Gerät (CTG-Gerät oder Dopton) kann der Herzschlag des Babys typischerweise ab der 12. Schwangerschaftswoche, manchmal auch erst ab der 14. SSW akustisch wahrgenommen werden. Dies hängt von der Position der Plazenta, der Menge des Fruchtwassers, der Lage des Babys und der Bauchdeckendicke der Mutter ab.
Im Ultraschall mit Tonausgabe können werdende Eltern den Herzschlag bereits früher hören, oft schon ab der 6. oder 7. SSW. Moderne Ultraschallgeräte in deutschen Frauenarztpraxen verfügen über Lautsprecher, die die Herzaktivität hörbar machen. Das charakteristische schnelle „Hupp-hupp-hupp“ des embryonalen Herzens mit 140-180 Schlägen pro Minute ist für viele Eltern ein sehr emotionaler Moment. Ab der 20. SSW ist der Herzschlag manchmal sogar mit einem einfachen Stethoskop über die Bauchdecke zu hören.
Doppler-Geräte und Heimüberwachung
Seit einigen Jahren sind private Doppler-Geräte für Schwangere erhältlich, mit denen der Herzschlag zu Hause abgehört werden kann. Diese Geräte kosten in Deutschland zwischen 30 und 100 Euro und werden ab der 12.-14. SSW einsatzfähig. Deutsche Gynäkologen und Hebammen stehen dieser Praxis jedoch ambivalent gegenüber. Einerseits kann das regelmäßige Hören des Herzschlags beruhigend wirken, andererseits kann es bei Schwierigkeiten beim Auffinden unnötige Ängste auslösen.
Wichtig zu beachten ist, dass Heimdoppler keine medizinischen Geräte sind und die professionelle Vorsorge nicht ersetzen können. Besonders in der Frühschwangerschaft ist es normal, dass der Herzschlag nicht immer sofort gefunden wird. Die Position des Babys ändert sich ständig, und bei einer nach hinten gelegenen Plazenta (Hinterwandplazenta) ist das Auffinden deutlich schwieriger. Experten empfehlen, diese Geräte maximal einmal täglich für kurze Zeit zu verwenden und bei Unsicherheiten immer den Arzt oder die Hebamme zu kontaktieren.
Fehlgeburtsrisiko und Herzschlag: Wichtige Zusammenhänge
Der Nachweis eines stabilen Herzschlags ist ein wichtiger prognostischer Faktor für den weiteren Verlauf der Schwangerschaft. Aktuelle medizinische Daten aus 2025/2026 zeigen, dass das Fehlgeburtsrisiko deutlich sinkt, sobald der Herzschlag ultrasonographisch dokumentiert wurde. Vor dem Nachweis des Herzschlags liegt das allgemeine Fehlgeburtsrisiko bei etwa 15-20%, je nach Alter der Mutter und Vorgeschichte.
Nach Nachweis des Herzschlags in der 6. SSW sinkt das Risiko auf etwa 10%, in der 7. SSW auf etwa 5% und ab der 8. SSW auf unter 3%. Bei Frauen über 35 Jahren sind diese Zahlen etwas höher, während sie bei jüngeren Frauen unter 30 Jahren noch günstiger ausfallen. Auch die Herzfrequenz spielt eine Rolle: Ein Herzschlag unter 100 Schlägen pro Minute nach der 6. SSW ist mit einem erhöhten Risiko assoziiert, während eine normale bis erhöhte Frequenz von 120-180 Schlägen ein positives Zeichen darstellt.
Anzeichen für eine Fehlgeburt trotz vorherigem Herzschlag
In seltenen Fällen kann es auch nach Nachweis des Herzschlags noch zu einem Schwangerschaftsverlust kommen. Warnsignale sind starke Blutungen mit hellrotem Blut und Gewebsabgängen, starke krampfartige Unterbauchschmerzen, die sich nicht durch Ruhe lindern lassen, sowie ein plötzliches Nachlassen aller Schwangerschaftssymptome. Deutsche Gynäkologen raten bei solchen Symptomen zu sofortiger ärztlicher Abklärung.
Ein verhaltener Abort (Missed Abortion) verläuft oft ohne äußere Symptome. Dabei stoppt die Entwicklung des Embryos, ohne dass Blutungen oder Schmerzen auftreten. Dies wird meist erst bei der nächsten Routineuntersuchung festgestellt, wenn kein Herzschlag mehr nachweisbar ist oder die Größe des Embryos nicht der errechneten Schwangerschaftswoche entspricht. In Deutschland wird in solchen Fällen zunächst eine Kontrolluntersuchung nach einigen Tagen empfohlen, bevor therapeutische Schritte eingeleitet werden.
Besondere Situationen: Mehrlingsschwangerschaften und IVF
Bei Mehrlingsschwangerschaften gelten teilweise andere Zeitrahmen für die Herzschlagdetektion. Zwillinge oder Mehrlinge werden oft etwas früher im Ultraschall sichtbar, da die Fruchthöhlen schneller wachsen. Allerdings kann es vorkommen, dass die Herzschläge der einzelnen Embryonen zu unterschiedlichen Zeitpunkten sichtbar werden, besonders wenn sich die Embryonen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befinden. Dies ist vor allem bei zweieiigen Zwillingen möglich.
Nach einer künstlichen Befruchtung (IVF oder ICSI) ist die Schwangerschaftsdatierung sehr präzise, da der genaue Befruchtungszeitpunkt bekannt ist. Der erste Ultraschall erfolgt meist bereits in der 5.-6. SSW, etwa 2-3 Wochen nach dem Embryotransfer. Deutsche Kinderwunschzentren führen oft engmaschigere Kontrollen durch, typischerweise alle 3-5 Tage in den ersten Wochen. Das Fehlgeburtsrisiko nach IVF ist insgesamt etwas erhöht, sinkt aber ebenfalls deutlich nach Nachweis eines stabilen Herzschlags ab der 7. SSW.
Häufige Fragen und Erfahrungen aus Foren
In deutschen Schwangerschaftsforen wird das Thema Herzschlag im Ultraschall intensiv diskutiert. Viele werdende Mütter berichten von ihren Erfahrungen und tauschen sich über Ängste und Unsicherheiten aus. Häufig wird die Frage gestellt, ob es normal ist, dass in der 6. SSW noch kein Herzschlag sichtbar war, der dann aber eine Woche später eindeutig nachweisbar ist. Die überwältigende Mehrheit dieser Berichte hat einen positiven Verlauf.
Wichtig ist jedoch zu beachten, dass Forenberichte keine medizinische Beratung ersetzen können. Jede Schwangerschaft verläuft individuell, und was bei einer Frau normal ist, kann bei einer anderen anders sein. Die Informationen in Foren können unterstützend und beruhigend wirken, sollten aber immer im Kontext professioneller medizinischer Betreuung gesehen werden. Bei konkreten Sorgen ist der direkte Kontakt zum Gynäkologen oder zur Hebamme immer der beste Weg. Telefonische Beratung wird von den meisten Praxen in Deutschland auch außerhalb der regulären Sprechzeiten angeboten.
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FAQ – Häufige Fragen
Was ist, wenn in der 6. SSW noch kein Herzschlag ist?
Wenn in der 6. SSW noch kein Herzschlag sichtbar ist, ist dies oft kein Grund zur Sorge. Häufigste Ursache ist eine ungenaue Schwangerschaftsdatierung bei unregelmäßigen Zyklen oder spätem Eisprung. Deutsche Gynäkologen empfehlen eine Kontrolluntersuchung nach 5-7 Tagen. Besonders zu Beginn der 6. SSW ist der Herzschlag erst bei etwa 60% der Schwangerschaften erkennbar. Wichtig ist die Größe des Embryos: Bei einer Scheitel-Steiß-Länge unter 5 mm kann das Fehlen des Herzschlags noch im normalen Bereich liegen. Erst ab einer SSL von über 7 mm ohne erkennbaren Herzschlag ist eine kritischere medizinische Beurteilung erforderlich. In den meisten Fällen zeigt die Nachkontrolle einen deutlichen Herzschlag.
Ist ein Herzschlag in der 6. SSW sichtbar?
Ja, in der 6. SSW ist der Herzschlag bei den meisten Schwangerschaften mit vaginalem Ultraschall sichtbar. Die Wahrscheinlichkeit variiert jedoch: Zu Beginn der 6. SSW (6+0) ist der Herzschlag bei etwa 60% der Schwangerschaften darstellbar, am Ende der Woche (6+6) bereits bei über 95%. Die Herzfrequenz liegt zu diesem Zeitpunkt bei 120-140 Schlägen pro Minute. Entscheidend ist die Scheitel-Steiß-Länge des Embryos: Ab etwa 2-3 mm ist der Herzschlag meist erkennbar. Moderne Ultraschallgeräte in deutschen Frauenarztpraxen ermöglichen durch hochauflösende Technik und Dopplerfunktion eine präzise Darstellung. Bei günstigen Bedingungen kann der Herzschlag sogar bereits Ende der 5. SSW sichtbar sein.
Kann man in der 7. SSW schon den Herzschlag sehen?
In der 7. SSW sollte der Herzschlag definitiv sichtbar sein. Bei intakten Schwangerschaften ist er in dieser Woche bei über 99% der Untersuchungen eindeutig darstellbar, sowohl vaginal als auch zunehmend bei abdominalen Ultraschalluntersuchungen. Die Herzfrequenz liegt nun bei 140-160 Schlägen pro Minute, und der Embryo misst 5-10 mm. Das Fehlgeburtsrisiko sinkt nach Nachweis eines kräftigen Herzschlags in der 7. SSW auf unter 5%. Die embryonalen Strukturen sind zu diesem Zeitpunkt deutlich erkennbar, und oft können neben dem Herzschlag auch erste Bewegungen beobachtet werden. Die meisten deutschen Gynäkologen stellen in der 7. SSW den Mutterpass aus, da die Schwangerschaft nun als stabil gilt.
Wann fängt beim Embryo das Herz an zu schlagen?
Das Herz des Embryos beginnt etwa am 22. bis 23. Tag nach der Befruchtung zu schlagen, was ungefähr der 5. Schwangerschaftswoche entspricht. Zu diesem frühen Zeitpunkt ist das Herz noch ein primitives röhrenförmiges Organ mit unregelmäßigen Kontraktionen und einer Frequenz von etwa 100-120 Schlägen pro Minute. Die ersten elektrischen Impulse entstehen spontan in den Herzmuskelzellen. Im Ultraschall wird der Herzschlag jedoch erst später sichtbar, typischerweise ab der 6. SSW, wenn der Embryo eine Größe von 2-3 mm erreicht hat. Bis zur 8.-9. SSW beschleunigt sich der Herzschlag auf 160-180 Schläge pro Minute und das Herz entwickelt sich zu einem vollständigen Vier-Kammer-System.
Ab wann kann man den Herzschlag hören und nicht nur sehen?
Den Herzschlag hören können werdende Eltern zu unterschiedlichen Zeitpunkten, je nach Methode. Im Ultraschall mit Tonausgabe ist der Herzschlag bereits ab der 6.-7. SSW hörbar, wenn er auf dem Monitor sichtbar wird. Mit einem Doppler-Gerät (Dopton), wie es bei Vorsorgeuntersuchungen verwendet wird, ist der Herzschlag typischerweise ab der 12. bis 14. SSW akustisch wahrnehmbar. Dies hängt von der Lage der Plazenta, der Fruchtwassermenge und der Position des Babys ab. Private Doppler-Geräte für zu Hause funktionieren ebenfalls ab etwa der 12. SSW, wobei deutsche Gynäkologen zur vorsichtigen Nutzung raten. Ab der 20. SSW kann der Herzschlag manchmal mit einem Stethoskop über die Bauchdecke gehört werden.
Wie hoch ist das Fehlgeburtsrisiko nach Nachweis des Herzschlags?
Das Fehlgeburtsrisiko sinkt nach Nachweis des Herzschlags erheblich. Nach erstmaligem Nachweis in der 6. SSW liegt das Risiko noch bei etwa 10%, in der 7. SSW sinkt es auf etwa 5% und ab der 8. SSW auf unter 3%. Bei jüngeren Frauen unter 30 Jahren sind diese Werte noch günstiger, während das Risiko bei Frauen über 35 Jahren etwas höher liegt. Wichtig ist auch die Herzfrequenz: Ein normaler bis erhöhter Herzschlag von 120-180 Schlägen pro Minute ist ein sehr positives Zeichen. Aktuelle deutsche Studien aus 2025 zeigen, dass nach Nachweis eines stabilen Herzschlags in der 7. SSW mit normaler Frequenz über 95% der Schwangerschaften erfolgreich verlaufen. Die wöchentlichen Kontrolluntersuchungen in der Frühschwangerschaft dienen der Überwachung dieser positiven Entwicklung.
| Schwangerschaftswoche | Herzschlag-Sichtbarkeit | Herzfrequenz | Embryogröße (SSL) |
|---|---|---|---|
| 5. SSW | 15-25% sichtbar, Herz beginnt zu schlagen | 100-110 bpm | 1-2 mm |
| 6. SSW | 60-95% sichtbar (je nach Tag) | 120-140 bpm | 2-5 mm |
| 7. SSW | Über 99% sichtbar | 140-160 bpm | 5-10 mm |
| 8. SSW | 100% sichtbar (alle Methoden) | 160-180 bpm | 12-20 mm |
| Ab 12. SSW | Mit Doppler-Gerät auch hörbar | 140-160 bpm | Über 50 mm |


